Hilfe für Staroe Selo, einem Dorf in der Ukraine

Ukraine – 1941

Staroe Selo, ein Dorf nicht weit entfernt von der Grenze zu Weißrussland, ist umgeben von viel undurchdringlichem Wald, sowie vielen Seen und Sümpfen. Wölfe und wilde Tiere sind hier zu Hause. Kein Wunder, dass ständig Partisanengruppen aus Weißrussland in die Ukraine eindrangen, um auf der 80 km weiter unten liegenden Verbindungsstraße – Deutschland – Kiew – die deutschen Nachschubskonvois zu überfallen. Wie sollten die Deutschen sie finden? Die Partisanen kannten sich in den Wäldern aus und versteckten sich, so dass es unmöglich war, an sie heranzukommen. Die Deutschen überlegten, wie sie sich rächen könnten und ließen Flugblätter an die Einwohner der ganzen Gegend verteilen, in welchen sie vor den Folgen warnten, sollten diese Übergriffe nicht aufhören. Natürlich hörten sie nicht auf. Die Partisanen waren schlau und schnell, sie kamen und verschwanden.

Eines frühen Morgens fuhr ein Konvoi mit 13 Autos der SS-Standarte nach Staroe Selo ein. Die Soldaten trieben alle Männer der Gegend zusammen und sperrten sie in der Kirche des Dorfes ein. Als sie sicher waren, sie hätten alle, fingen sie an einen nach dem anderen zu erschießen, insgesamt 680 Männer. Nur ein Mann blieb übrig, es war der Leiter der Pfingstgemeinde dieser Gegend. Er war bereits um 4.30 Uhr am Morgen in den Wald gegangen um Beeren zu pflücken, was ihm das Leben rettete.

1994 – genau 43 Jahre später kamen zum ersten Mal wieder Deutsche in das Dorf Staroe Selo. Es waren die Brüder Holzwarth und Neumüller. Sie waren von einem Prediger der Pfingstgemeinde eingeladen worden, die Menschen in diesem Dorf zu besuchen. Sie wussten nichts von den Geschehnissen von 1941. Friedlich und freundlich wurden sie aufgenommen. Die Menschen hörten die Brüder und luden diese zum Essen ein. Spät am Abend kamen sie auf das Geschehnis von 1941 zu sprechen.

Tief berührt versuchte Br. Holzwarth nach seiner Rückkehr in Deutschland Hilfe für Staroe Selo zu organisieren. Das deutsche Militär setzte sich für diese Angelegenheit ein und besorgte 3 komplette Einrichtungen für Zahnärzte, sowie Material für 2 Jahre, welches Br. Holzwarth in die Ukraine bringen konnte.

Später kontaktierte er Fa. Stihl mit der Bitte um eine Motorsäge, um welche eine Familie mit 12 Kindern gebeten hatte. Statt einer erhielt Br. Holzwarth drei gute Motorsägen, die er nach Staroe Selo schickte.

Noch immer bestehen ca. 50 Kontakte nach Staroe Selo und die Geschwister erhalten regelmäßig Traktate und Schriften der Gemeinde.

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