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Berichte

Schaffhauser „Preis für Entwicklungszusammenarbeit 2006“ geht an die Gemeinde Hallau

Anlässlich der Sitzung des Schaffhauser Kantonsrates vom Montag, dem 13. November 2006, erfolgte die Übergabe des Preises für Entwicklungszusammenarbeit für das Jahr 2006 an Bruder Ernst G. von der Gemeinde Hallau. Ausgezeichnet wurde die Aktion „Gewächshäuser für die Ukraine“. Wie kam es dazu?

Der rettende Gedanke

Historisch ist die Ukraine als Kornkammer Europas bekannt. Während der Zeit der Sowjetunion wurde das sehr schöne und fruchtbare Land heruntergewirtschaftet. Schon vor dem Fall des eisernen Vorhangs suchten einzelne Geschwister aus dem Westen dort aufrichtige Menschen und kamen oft auf verwunderliche Weise zu Kontakten.

Noch vor etwa sieben Jahren war in der Ukraine auch bei den Geschwistern eine unvorstellbare Not und Armut: nicht genug Kleider, kärgliches Essen, unwürdige Behausungen usw. Anfänglich leistete die Gemeinde humanitäre Hilfe. Sehr schnell zeigte sich jedoch, dass es zu einer „Hilfe zur Selbsthilfe“ kommen müsste, wenn man nachhaltig etwas zum Besseren verändern wollte.

In der Ukraine hatten viele früher schon mit ganz primitiven Mitteln etwas Ähnliches wie Gewächshäuser gebaut und versucht, so ihr kärgliches Dasein zu verbessern. Gott wirkte in den für Russland verantwortlichen Brüdern die Idee, im Westen gebrauchte Gewächshäuser zu finden, diese abzubauen und in der Ukraine wieder aufzustellen.

Abbau von Gewächshäusern

Ernst G. fand in der Schweiz bald gebrauchte Gewächshäuser, die gratis erhältlich waren, wenn man sie selber abbaute. Im Glauben nahm er die arbeitsreichen Gelegenheiten an und organisierte Abbau, Transport und Wiederaufbau. Brüder und Schwestern von Sonnmatt, aus Deutschland und Frankreich unterstützten die Hallauer tatkräftig beim Abbauen der riesigen Gewächshäuser.

Meistens standen sie dabei unter großem Zeitdruck. Dennoch herrschte ein guter Arbeitsgeist, und die Abbauarbeiten wurden mit Begeisterung gemeistert. Das Glas und Material von etlichen Gewächshäusern wurde tonnenweise mit Sattelschleppern in die Ukraine transportiert.

Insgesamt leisteten die Geschwister mindestens 13.000 Arbeitsstunden nur für den Abbau. Wir sahen, was der Leib Christi vermag, wenn viele Glieder mithelfen. So brachten die Einsätze den Beteiligten besondere Erlebnisse und mehr Gemeinschaft.

Wiederaufbau und Entwicklung

Einige junge Geschwister aus verschiedenen Ländern waren beim Wiederaufbau in der Ukraine behilflich. Sie lernten auch das ukrainische Volk etwas kennen, das immer noch geprägt ist von der Lebensweise unter dem Kommunismus. Das vorläufige Resultat des Projekts ist, dass ein Hektar Boden unter Glas beziehungsweise unter Folien liegt und mit Gemüse bepflanzt ist. Die ukrainischen Geschwister und Menschen lernen dabei, sorgfältig und regelmäßig zu arbeiten, und zwar zum eigenen Gewinn und Nutzen. Die Firma Bessarabia Agroinvest Ltd. wurde offiziell gegründet und setzt die ganze Produktion - vorwiegend Tomaten, Gurken und Kohl – im eigenen Land ab. Sie genießt offensichtlich bereits einen guten Ruf.

Der Chef des Büros für Aufbauhilfe der EU erklärte gegenüber Ernst G., er betrachte diesen Betrieb als Pilotprojekt! Der Betrieb mit den Gewächshäusern gibt vor allem jungen Menschen eine Hoffnung und Perspektive für ihr Leben. Es sieht so aus, dass die „Hilfe zur Selbsthilfe“ gelungen ist.

Im vergangenen Sommer haben zehn junge ukrainische Geschwister in der Schweiz ein Gewächshaus von 5.000 m² selbstständig abgebaut. Sie arbeiteten fünf Wochen lang fleißig von morgens bis abends, obschon die Arbeitsbedingungen aufgrund der großen Hitze nicht angenehm waren. Für die Reisekosten kamen sie selber auf.

Die Freude ist groß, wenn Menschen mit einem kommunistischen Hintergrund Eigeninitiative entwickeln.

Preisausschreibung und Preisübergabe

Der Kantonsrat Schaffhausen verleiht seit 1978 jährlich einen „Preis für Entwicklungszusammenarbeit“. Die Preissumme beträgt 25.000 Schweizer Franken. Die Gemeinde Hallau wurde aufmerksam auf diese Preisausschreibung und erkannte, dass ihr Projekt „Gewächshäuser für die Ukraine“ die Teilnahmebedingungen erfüllt. Ernst G. reichte der zuständigen Stelle eine umfangreiche Dokumentation ein. Diese zeichnete schließlich unter sieben Eingaben jene der Gemeinde Hallau mit dem Preis des Jahres 2006 aus.

Diese gute Nachricht löste in der Gemeinde Hallau große Dankbarkeit und eine allgemeine Feststimmung aus!

Mit dem Preisgeld werden 1.000 gebrauchte Gewächshauslampen und ein Ersatztraktor für die Geschwister in der Ukraine gekauft. 

Aktuelle Situation Anfangs des Jahres 2010

Nachdem der Betrieb nun schon etwa 10 Jahre existiert, können wir zusammenfassend folgende Ergänzungen beifügen:

Seit der ganzen Zeit erhalten etwa 18 – 25 Menschen (je nach Arbeitsaufkommen und Saison) regelmässig einen anständigen Lohn. Seit einigen Jahren wurde von ausserhalb kein Geld mehr hinein „gepumpt“, was bedeutet dass der Betrieb auch finanziell auf eigenen Beinen steht. Weiterhin ist natürlich eine Betreuung von unserer Seite unumgänglich. Deshalb sind jährlich einige Besuche und vor allem Kontakte mit E-mail und „Skype“ sehr wichtig.

Seit der Anfangszeit hat sich auch im Land einiges zum Besseren gewendet. Viele Nachbarn haben zum Beispiel ähnliche Gewächshäuser (Folientunnels) nachgebaut und können so auch besser produzieren. Dadurch ist aber nicht nur für diese Menschen die Situation etwas gebessert worden, es ist unserem Betrieb auch ein etwas Konkurrenz erwachsen. Bekanntlich belebt aber die Konkurrenz ja den Markt und spornt unsere Geschwister eher zu mehr Leistung an.

Vor allem in der letzten Zeit hat auch ein erfreulicher Austausch zwischen den Jugendlichen in der Ukraine und denen hier im Westen stattgefunden. Im Herbst 2008 waren etwa 20 Jugendliche aus der Gemeinde Hallau dort und haben in einem Arbeitseinsatz die Zufahrtsstrasse zu den Gewächshäusern mit Verbundsteinen belegt, sodass jetzt auch bei schlechtem Wetter eine gute und sichere Zufahrt gewährleistet ist. Wahrscheinlich sind die geschlossenen Freundschaften ebenso viel wert wie die Strasse, welche gebaut wurde. Ebenfalls in der letzten Zeit waren zwei junge Arbeiter von diesem Betrieb in der Schweiz in einem Praktikum und haben daselbst einiges für ihre Arbeit zuhause lernen können. Eine junge Schwester aus Hallau hat im vergangenen Oktober 2 Monate dort gearbeitet weil es ihr dort so gut gefallen hat.

Ebenfalls im vergangenen Herbst reiste ein junger Bruder aus Hallau dorthin und hat die Klimasteuerung so zurecht eingerichtet, dass wir hier in Hallau, wenn das läuft, das Klima in den Gewächshäusern übers Internet kontrollieren können.

Im kommenden Jahr ist vorgesehen, das alte Wirtschaftsgebäude aus der Sowjetzeit mit einem Dach zu versehen. Das wäre dann nach dem Erstellen einer schönen Remise, schon der zweite Bau, welchen die Geschwister aus eigener finanzieller Kraft bewältigen.

 

Missionsreise in die Ukraine im Herbst 2009

In Matthäus 28, Vers 19 und 20 befahl Jesus seinen Jüngern ehe er zum Himmel auffuhr: „Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und sie halten lehret alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit“

Seit der eiserne Vorhang in der Ukraine gefallen ist, reist Mission Alte Schule meist zweimal jährlich in die Ukraine und besucht dort Versammlungen, zu denen sie Kontakt bekommen hat.

Am 23. Oktober 2009 fuhren die Brüder Harry F., Gerhard A. und Cornelius B. mit einem voller Hilfsgüter gepackten VW-Bus los in Richtung Ukraine, um den Menschen Gottes Wort und Unterstützung für den täglichen Bedarf zu bringen. In der Ukraine angekommen stieg Igor S. aus Believka hinzu, der die Brüder als Übersetzer begleitete.

Die erste Reiseetappe führte nach Luts'k, einer großen Stadt im Nordwesten der Ukraine.

Auf dem Weg dorthin wurde noch eine junge Schwester in einem Dorf besucht, die sich bekehrt hatte, aber wenig andere Gleichgesinnte in ihrem Umkreis hat.

In Lutsk selbst dann verkündigten die Brüder Gottes Wort in einer überregionalen Pfingstversammlung mit etwa 1000 Geschwistern. Burder Harry F. las aus Lukas 10, 17 bis 20. Jesus sagte zu seinen Jüngern, dass sie sich nicht darüber freuen sollten, dass ihnen die Geister in seinem Namen untertan sind, sondern darüber, dass ihre Namen im Himmel angeschrieben sind. Nicht die Gnadengaben, sondern allein der Lebenswandel bestimmt, ob unser Name im Buch des Lebens bestehen bleibt oder nicht.

Da es in der Ukraine auf dem Land sehr schwierig ist, Arbeit zu bekommen, ziehen viele Jugendliche in die Stadt, um dort Arbeit zu bekommen oder zu studieren. Deshalb sammeln sich in Luts'k ca. 500 Jugendliche zu Jugendstunden. In der Jugendversammlung am Montagabend war Prediger 12, 1 das Thema: „Und gedenke an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre herzutreten, da du wirst sagen: „Sie gefallen mir nicht“;“ Josef zum Beispiel hatte in seiner Jugend verstanden, an seinen Schöpfer zu denken, ihn zu lieben und zu fürchten. Er wollte niemals gegen Gott sündigen!

Die nächsten Tage wurden verschiedene Versammlungen auf dem Land besucht, zu denen zwischen 50 und 150 Geschwister kamen. Verschiedene Leiter aus den Versammlungen, zu denen wir schon jahrelang Kontakt haben, führten zu den einzelnen Gemeinden, wo die frohe Botschaft vom Sieg über die Sünde und die Heiligung des Geistes frei verkündigt werden konnte. In der Regel fanden täglich eine Versammlung morgens und eine Versammlung abends statt. Auch zwei Baptistenversammlungen wurden besucht.

An vielen Orten wurden Hilfsgüter an Not leidende Geschwister verteilt.

Nachdem im Lauf von zwei Wochen 21 Versammlungen besucht wurden, fand zum Abschluss in Ternopil‘ die Osteuropa-Brüderkonferenz statt – ein glaubensstärkendes und erbauliches Erlebnis mit Bruder K.J. Smith und etwa 400 Brüdern aus Polen, Rumänien, Bulgarien, Ukraine und weiteren Ländern.

Nach diesem Wochenende wurde die ca. 1.500 km weite Heimreise über Polen angetreten.

Die Mission Alte Schule bedankt sich herzlich für alle Unterstützung, Gebet und Spenden!


Eine helfende Hand

In zahlreichen Entwicklungsländern ist „Die Christliche Gemeinde“ mit einer umfassenden Missionsarbeit tätig. Von praktischer Hilfestellung bis zur Hungerhilfe reicht die humanitäre Unterstützungsarbeit. In Afrika erstreckt sich die Missionsarbeit von Kamerun bis Kenia und von Südafrika bis Ägypten. Wir erhalten viele Rückmeldungen von dankbaren Personen, die durch diese Arbeit ihre Not gelindert bekommen haben. Mitten in der materiellen Not haben viele Menschen ein Verlangen nach der Botschaft, die wir in Gottes Wort finden können. Es gibt Hilfe für arme und reiche, für kranke und gesunde Menschen. Durch das Evangelium, mit dem Jesus Christus kam, erleben wir einen Ausweg und eine rettende Hand in allen Lebensbereichen aus den Wirren der Sünde zu einem klaren und frohen Hoffnungsblick.

Auch in Südamerika, mitten im Amazonasgebiet, haben wir eine Missionsstation, von der aus viele Menschen Hilfe bekommen haben. Es ist eine Gemeinde entstanden, die glücklich über Gottes Wort ist. Mitten in ihren ärmlichen Lebensverhältnissen haben sie Hilfe für sich und ihre Familie bekommen. Dadurch können sie zur Hilfe in ihrer Umgebung gemäß folgendem Motto werden:

"Und so, meine amerikanischen Mitbürger: Fragt nicht, was euer Land für euch tun wird - fragt, was ihr für euer Land tun könnt. Meine Mitbürger in der Welt: Fragt nicht, was Amerika für euch tun wird, sondern fragt, was wir zusammen für die Freiheit des Menschen tun können." Antrittsrede am 20. Januar 1961 von John F. Kennedy (1917-1963)

Wir haben zahlreiche Erlebnisse, wo sich Hilfe suchende Menschen in ihrer Krankheit und Not an uns gewandt haben. Während der Konferenzen in Brunstad erreichen uns oft Gebetsanliegen von Nöten aus aller Welt, die wir in unsere Gebete einschließen. In seiner Güte greift Gott oft ein und hilft gerade diesen Menschen, wofür wir sehr dankbar sind.

Mission auf allen Kontinenten bringt reiche Früchte

Obwohl unsere Mittel begrenzt sind, geben wir das, was wir können. Und das sind in besonderem Maß persönliche Besuche in diesen Gebieten und Gottes Wort, das uns Mission selbst geholfen hat. Dadurch kommt Segen und Kraft, eine Arbeitslust und ein Eifer, sich in den oft bescheidenen Lebensverhältnissen zurechtfinden und ein Leben zu führen, das eine himmlische Atmosphäre vermittelt.

Wir stehen mit Respekt vor solchen Menschen, die es sich auf die Fahne geschrieben haben, sich zu fragen, was sie selbst für ihr Land und für ihre Familie tun können.


Gewächshäuser in der Ukraine – Hilfe zur Selbsthilfe

Bildergalerie


Mission "Alte Schule"

Briefe werden verpackt

Schriften werden sortiert


Schriften werden verpackt

Schriften werden übersetzt

Hilfsgüter werden verpackt

Einige Helfer mit medizinischen Hilfsgütern

Einige Helfer kurz vor einer Reise

Friedrich Holzwarth bei einer Familie
Familie Walerij Lukasuk

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